Nachrichten – Fern-Express Heft 3/2026

AMERIKA

USA: 2 x um die Erde, ohne nachzutanken

In den 1950er Jahren schlugen Ingenieure eines der ehrgeizigsten Transportprojekte aller Zeiten vor. Eine nuklear angetriebene Lokomotive, die Tausende von Kilometern ohne Nachtanken zurücklegen konnte. Unterstützt von großen Eisenbahngesellschaften und führenden amerikanischen Industriekonzernen versprach die X-12 Nuclear Locomotive enorme Leistung, nahezu unbegrenzte Reichweite und keinerlei CO2-Emissionen.

Das Konzept war keine Science-Fiction. Es hätte mit der damaligen Technologie tatsächlich gebaut werden können. Doch trotz seines gewaltigen Potenzials kam das Projekt nie über das Planungsstadium hinaus. Bedenken hinsichtlich Strahlung, Sicherheit, möglicher Entgleisungen, der öffentlichen Akzeptanz und der enormen Kosten verhinderten letztlich die Realisierung des amerikanischen Atomzuges. (Quelle: Wikipedia X-12)

Ecuador

Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr hat den Betrieb auf der Strecke Alausi – Sibambe (Nariz del Diablo/Teufelsnase), wieder aufgenommen. Sie war aufgrund der Überschwemmung vom 18. Februar unterbrochen. Die größten Schäden an den Eisenbahnschienen wurden auf einer Strecke von etwa 5 km festgestellt, an denen das gesamte Gleisbett neu wieder aufgebaut werden musste. Mit der Wiederaufnahme können die Touristen nun wieder die Fahrt auf der Strecke Alausi – Sibambe genießen.

Die Abfahrten finden donnerstags bis sonntags um 8:00, 11:00 und 14:00 Uhr statt und können über die Plattform https://ticketexito.com/ gebucht werden. (WKZ 12.07.2026)

ASIEN

Türkei

Die Testfahrten auf dem 153 km langen Abschnitt Cerkezköy – Kapikule der Hochgeschwindigkeitsstrecke Halkali − Kapikule wurden am 6. Juni 2026 erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt wird die Reisezeit von Istanbul zur Grenze bei Kapikule von 4 Stunden auf 1,5 Stunden verkürzen. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke ist insgesamt 229 km lang. Für die Finanzierung wurden teilweise IPA-Mittel sowie EU-Fonds genutzt. Die Strecke soll mit 200 km/h noch vor Jahresende 2026 in Betrieb genommen werden. (WKZ, 10.06.2026)

Australien

Gegenwärtig laufen die Bauarbeiten für eine neue Güterzugmagistrale durch Australiens Südosten. Die Inland Rail soll Beveridge (bei Melbourne) mit Kagaru (bei Brisbane) verbinden und misst 1600 Kilometer, wovon 600 km Neubaustrecke sind. Australiens aktuell größtes Infrastrukturprojekt wird für den Verkehr mit doppelstöckigen Containerzügen ausgelegt und soll 2027 eröffnet werden. (em 5/26)

Indien

Indien modernisiert derzeit sein Schienennetz. Zwischen 2014 und 2025 konnte der Anteil an Strecken mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 bis 130 km/h verdreifacht werden,  der Anteil an Strecken über 130 km/h, stieg. Gleichzeitig wuchs das indische Schienennetz von 79.342 auf 105.672 Kilometer.  (em 3/26)

Japan

Seit Frühjahr 2026 transportiert ein erster Güter-Shinkansen Frischwaren und Präzisionsgeräte zwischen Tokio und Morioka. Die JR East hat dafür einen siebenteiligen Shinkansen des Typs E3 umgebaut, der in Doppeltraktion mit einem Shinkansen für die Personenbeförderung verkehrt. (em 6/26)

Russland

In Russland befindet sich derzeit eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Moskau – St. Petersburg im Bau. Die eingesetzten Triebzüge werden beim heimischen Hersteller Uralskije Lokomotiwy gebaut. Bis 2030 will die russische RZD insgesamt 43 HGV-Triebzüge in Betrieb nehmen, die ersten 28 Einheiten im Planbetrieb bereits ab 2028.

(em 7/26)

Vereinigte Arabische Emirate

Erst im Laufe des Jahres 2026 soll das Eisenbahnnetz Etihad Rail in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) den Personenzugbetrieb aufnehmen. Aufgrund zahlreicher durch den Kriegsbeginn in Nahost im Februar 2026 gestrandeter Reisender und fehlendem Flugverkehr verkehrten bereits einige Sonderzüge. (em 5/26)

EUROPA

Großbritannien

Der schottische Bahnbetreiber ScotRail hat am 19. März 2026 das Ende für die traditionsreichen High Speed Trains (HST) der Class 43 angekündigt. Zwischen Dezember 2027 und Dezember 2028 wird das Unternehmen die Flotte durch 22 Class 222-Triebzüge („Meridian“) ersetzen, für deren Modernisierung ScotRail rund 80 Millionen Britische Pfund investiert. Bis zur vollständigen Ausmusterung bleiben die als InterCity 125 bekannten Class 43-Züge eine zentrale Stütze im schottischen Fernverkehr zwischen Edinburgh, Glasgow, Inverness und Aberdeen. (em 6/26)